Make-Up-Entferner

Für viele – auch für mich – ist er ganz alltäglich, der Griff zum Make-up. Und am Ende des Tages muss die ganze Kosmetik wieder runter. Make-up-Entferner gibt es in allen Variationen, von schlichten Abschminktüchern bis hin zum veganen Bio-Gesichtsreinigungswasser. Ihnen allen sind zwei Dinge gemeinsam: sie haben eine lange Zutatenliste, und man kommt nicht ohne Plastik aus.

Isopropyl Stereate, Glycerin, Dimethicone, Mathylpropanediol, Sodium Hydroxite, Benzyl Alcohol und so weiter und so fort. Die Inhaltsstoffe sind mir oft unbekannt, ich müsste schon googlen, um zu verstehen, was genau in den Abschminktüchern enthalten ist. Und ob das alles so gesund ist, sei mal dahingestellt. Bisher hat es mich nicht umgebracht, aber ich bin der festen Überzeugung, dass es nicht schadet, die Zutatenliste etwas zu verkürzen – und zwar mit Dingen, die ich kenne.

Außerdem sind die meisten Verpackungen aus Plastik, und dass das für Mensch und Umwelt nicht gut ist, darüber muss ich mich wohl nicht erst auslassen.

Es gibt unzählige Rezepte für selbst hergestellten Make-up-Entferner im Internet und in der einschlägigen Fachliteratur. Ich habe mich für eines entschieden, das einfach und schnell geht und gute Erfolge verspricht. Gefunden habe ich es hier. Damit bekomme ich selbst wasserfestes Make-up gut entfernt. Und ich mag mich irren, doch ich habe das Gefühl, meine Augenringe seien seitdem nicht mehr ganz so schwarz…

Voraussetzung für gutes Gelingen ist eine hygienische Arbeitsweise. Alle Hilfsmittel sollten vor der Verwendung desinfiziert werden, Hände gewaschen und Arbeitsplatte ordentlich abgewischt. Es wird ein Produkt hergestellt, das in direkten Kontakt zum Menschen kommt – sogar in Kontakt mit den Augen! Das Letzte, was wir da brauchen, sind durch Unachtsamkeit eingeschleppte Keime.

Zutaten:

  • abgekochtes Wasser oder Pflanzenwasser, z.B. Rosenwasser
  • pflanzliches Öl, z.B. Mandelöl
  • bei Bedarf: Xanthan als Bindemittel
  • Fläschchen aus dunklem Glas zur Aufbewahrung

Das Öl und das Wasser werden zu gleichen Teilen vermengt. Ich benutze Rosenwasser aus dem Reformhaus, weil in meinen Augen fast alles besser wird, wenn es über etwas Rosenaroma verfügt, und Mandelöl. Meinen ersten Versuch habe ich allerdings mit Weizenkeimöl gemacht, das ging auch hervorragend und roch nicht so intensiv wie das Mandelöl. Auch andere pflanzliche Öle sind selbstverständlich möglich, man sollte aber darauf achten, dass sie hochwertig und biologisch hergestellt sind.

Eigentlich ist man an dieser Stelle schon fertig. Das Gemisch wird in eine Flasche aus dunklem Glas umgefüllt und kann direkt verwendet werden. Das dunkle Glas schützt vor Lichteinfall und sorgt damit dafür, dass die Inhaltsstoffe nicht zerfallen. Gerade Vitamine, aber auch viele natürliche Aromastoffe sind sehr lichtempfindlich.

Wie ihr auf dem Bild oben seht, haben wir allerdings keine homogene Masse. Man kann den Make-up-Entferner einfach vor der Benutzung gut schütteln, das genügt vollkommen. Alternativ kann man eine Prise Xanthan mit in die Flasche geben. Xanthan ist ein Bindemittel und in jedem Reformhaus zu bekommen. Ein Wort zur Verwendung: eine Prise genügt vollkommen. Gebt dem Ganzen Zeit zum Abbinden! Zu viel Xanthan, und der Make-up-Entferner wird ziemlich … matschig. Man kann ihn dann zwar noch benutzen, aber schön sieht er nicht aus und es ist auch nicht ganz einfach, die zähe Masse aus der Flasche zu bekommen. Geduld ist die Mutter aller Tugenden!

Und das war schon der ganze Zauber. Beschriftung und Datum drauf und ab ins Badezimmer damit!

Bei mir hält eine 50ml-Flasche ca. einen Monat. Viel länger sollte man ihn auch nicht verwenden, da wir keine Konservierungsstoffe beigefügt haben. Generell gilt: sobald die Mischung seltsam zu riechen beginnt, bitte verwerfen! Mir persönlich ist das allerdings noch nie passiert. Die Flasche muss auch nicht im Kühlschrank gelagert werden, Zimmertemperatur genügt völlig. Allerdings ist darauf zu achten, sie nicht direkt in der Sonne stehen zu lassen.

Plastikfreie, wiederverwendbare Abschminkpads gibt es in jedem Reformhaus, in den meisten Drogerien und in vielen großen Supermärkten. Man kann sie auch selber machen, wenn man Lust und eine Nähmaschine hat. Ich gestehe, dass meine gekauft sind… Nach der Verwendung einfach mit in die Wäsche schmeißen, im Idealfall in einem separaten Wäschesack. Das spart eine Menge Verpackungsmüll und ist eigentlich gar keine Arbeit. Auch der Make-up-Entferner ist in wenigen Minuten zusammengemixt.

Unser Planet wird sich nicht von selbst retten. Wir müssen schon ein bisschen was dafür tun. Und an allen möglichen Ecken und Enden ein bisschen Plastik zu sparen, ist ein guter Anfang.

2 Gedanken zu “Make-Up-Entferner

  1. Nicole

    Hey, cooles Rezept. Wird gleich ausprobiert:-)
    Ich mache auch seit ein paar Jahren so viel an Kosmetika und Reinigern wie möglich selbst. Aber auf den Make-up-Entferner bin ich noch nicht gekommen.
    Danke fürs Teilen!
    Frau Maus aus der Schreibnacht:-)

    Liken

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