Motivationsquellen

Wer kennt es nicht? Den ganzen Tag fiebert man auf seine Schreibzeit hin – und wenn es dann endlich so weit ist, mangelt es an Motivation. Wie anfangen? Oft braucht man nur diesen ersten Stubs, die ersten paar Sätze, und dann läuft es. Nur muss man diese ersten paar Sätze auch schreiben…
Es gibt Möglichkeiten, sich zu motivieren, die ich euch hier vorstellen möchte.

Ablenkungen beseitigen

Dazu gehört Musik, wenn sie vom Schreiben ablenkt, das Handy und, ja, auch das Internet. Manche Schreibprogramme bieten eine Schreibfokus-Einstellung an, bei der man auf dem Bildschirm nur das Dokument sieht und sonst nichts. Dadurch ist die Versuchung geringer, nur mal fix im liebsten Schreibforum nachzusehen, ob es was Neues gibt.
Auch die lieben Mitbewohner können vom Schreiben ablenken. Selbstverständlich geht eine Hunderunde vor – die Fellnase muss schließlich raus – aber menschlichen Wohnungsgenossen kann man durchaus kommunizieren, dass man jetzt bitte seine Ruhe haben möchte.

Meine größte Ablenkung ist zur Zeit der Kleinkrieg, der vor meinem Fenster um einen Rosenbusch gefochten wird. Kohlmeisen, Blaumeisen, Spatzen – alle kämpfen gegen alle und sind fest entschlossen, den Busch zu besetzen. Von unten guckt ein dickes Rotkehlchen und ein Amselpärchen zu, und von meinem Fenster aus ich. Die niedlichste Ablenkung überhaupt – aber trotzdem eine Ablenkung.

Erreichbare Ziele setzen

Wenn ich mir vornehme, heute den ganzen Roman zu beenden, mindestens 20.000 Wörter! Na, dass ich mich dann von meinem eigenen Ziel erschlagen fühle, ist ja kein Wunder. Stattdessen macht es mehr Sinn, die Ziele so zu setzen, dass man sie auch erreicht. Bis zum Ende der Szene. Bis zum Ende des Kapitels. Mindestens 500 Wörter.
Ist das Selbstbetrug? Ja, na klar. Aber es hilft, um überhaupt mal anzufangen, und beschert ein schnelles Erfolgserlebnis. Darauf lässt sich aufbauen, und das nächste Ziel kann man dann eventuell weiter stecken – oder man belässt es beim Ende des Kapitels und weiß, dass man trotzdem etwas erreicht hat.

Passende Kulisse einrichten

Ich schreibe meistens in Ruhe am besten, wenn ich nichts höre als das Klackern der Tastatur. Andere brauchen Musik. Das ist jedem selbst überlassen. Wichtig ist, dass man es sich zum Schreiben gemütlich macht. Eine Tasse Tee, angemessenes Licht – denkt an eure Augen! – und ein Stuhl, auf dem man auch eine zeitlang ruhig sitzen kann. Dann noch die Temperatur so regulieren, dass man sich wohlfühlt, und schon kann man sich in sein Manuskript vertiefen, ohne, dass der Körper ständig Aufmerksamkeit einfordert.

Ziele öffentlich verkünden

Damit meine ich jetzt keinen Artikel im lokalen Tageblatt. Aber viele Autoren sind in Autorenforen angemeldet – eine unbedingte Empfehlung dafür an dieser Stelle! – und dort gibt es Orte, an denen man durchaus erklären kann: Ich möchte heute mein angefangenes Kapitel beenden. Alternativ kann man das natürlich auch einem Mitbewohner, Freunden oder Familie erzählen, aber andere Autoren verstehen einen in der Regel doch besser. Dadurch, dass man sein Ziel quasi der Öffentlichkeit verkündet hat, fühlt man sich selber eher daran gebunden und die Motivation steigt, auch etwas dafür zu tun. Ganz zu schweigen natürlich von den Anfeuerungen befreundeter Autoren 😉

WordWars, Sprints, Schreibtouren…

…und alle anderen Aktionen, die man in Foren mit anderen Autoren machen kann. Was pusht mehr als ein WordWar mit anderen Schreiberlingen, bei dem derjenige mit den meisten geschriebenen Worten gewinnt? Oder ein WordSprint, bei dem man sich ein kurzes Zeitintervall setzt, um wirklich nur zu schreiben, und zwar ohne Pause und ohne Nachdenken? Schreibtouren zerhacken lange Schreibstrecken in kleine Etappen, die einzeln gar nicht mehr so erschreckend aussehen, und sie machen echt Spaß.
Für diese Aktionen ist – abgesehen von WordSprints – meistens ein Schreibforum erforderlich. Während ich jedem ein solches Forum empfehlen würde, muss ich gestehen, dass es so gut ablenken wie motivieren kann. Für diejenigen, die lieber das Internet ausschalten, um konzentriert zu schreiben, gibt es:

Die Pomodoro-Technik

Das ist eine Zeitmanagement-Methode, die von einem gewissen Francesco Cirillo entwickelt und nach seiner tomatenförmigen Eieruhr benannt wurde – pomodoro ist das italienische Wort für Tomate.
Es funktioniert ganz einfach. Zu Beginn setzt man sich ein Ziel. Dann wird die Uhr aufgezogen bzw. ein Wecker auf 25 Minuten gestellt und die Arbeit beginnt. Nach 25 Minuten macht man 5 Minuten Pause, dann geht es weiter. Es empfiehlt sich, nach drei oder vier Arbeitsabschnitten eine längere Pause von 10 bis 15 Minuten einzulegen.
Natürlich ist das alles abwandelbar. Mir selber sind 25 Minuten für konzentriertes Schreiben viel zu lang; ich stelle mir die Uhr auf 15 Minuten. Auch die Pausenzeiten lassen sich individuell anpassen. Wichtig ist nur, dass während den Arbeitsphasen auch wirklich gearbeitet wird.

Belohnungen festlegen

Eine Motivationsmöglichkeit, die sicher nicht immer und nicht für jeden funktioniert; ich möchte sie trotzdem erwähnen. Der Mensch ist leistungsfähiger, wenn er davon ausgeht, am Ende auch etwas zu bekommen. Natürlich ist ein beendetes Kapitel ein tolles Ergebnis! Aber manchmal sollte man sich eine kleine Belohnung außerhalb der Schreiberei gönnen. Das kann ein Stück Schokolade sein, ein Schaumbad, der Rückzug aufs Sofa mit einem guten Buch, ein ausgedehnter Spaziergang… Der Kreativität sind mal wieder keine Grenzen gesetzt. Hauptsache, es bringt euch zum Schreiben!

Habt ihr schonmal eine der genannten Methoden ausprobiert? Wie motiviert ihr euch, wenn ihr Startschwierigkeiten habt?

3 Gedanken zu “Motivationsquellen

  1. Pingback: Schreibblockade – und jetzt? – Kreativ Leben

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