Bücher des Monats Oktober

Desert Gods: Wüstenherz (Lisa Nevermore)

Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Urban Fantasy

Nach Desert Gods: Sonnenzorn jetzt also der zweite Teil um Evie, Seth, Hanna und Bastet.

Die grausame Göttin Sachmet, deren Seele Evies Körper belagert hatte, ist tot und nur ihre Kräfte sind im Körper der jungen Frau geblieben. Eine Macht, die sie dringend braucht, denn die Göttin Isis trachtet ihr nach dem Leben – und danach, ihr vorher möglichst heftig wehzutun.
Ich brauchte eine Weile, mich wieder einzufinden, weil es schon so lange her ist, dass ich den ersten Teil gelesen hatte. Sobald ich wieder wusste, was ungefähr passiert war, ging es dann aber wirklich gut.

Die Charaktere sind abwechslungsreich, vielschichtig und gehen ans Herz. Allein Evies Gedankenmonologe haben gestört – sie handelt einerseits so unglaublich emotional und denkt dann andererseits so rational darüber nach, dass es für mich nur schwer vereinbar ist. Dennoch fiebert man als Leserin mit und kann sich gut in alle Figuren einfühlen.

Was den Schreibstil angeht, so wechseln sich kurze, etwas überhetzte Actionsequenzen mit längeren Abschnitten ab, in denen wenig passiert außer dass Evie ihre Gefühle zu ordnen versucht. Die Handlung schreitet nur langsam voran und dreht sich im Kreis, um schließlich zu einem übereilt wirkenden Ende zu kommen – dafür ist es aber ein schönes Ende, so richtig flauschig und herzerwärmend. Und unerwartet, das muss ich zugeben.

Wie schon der erste Teil hätte dieses Buch extrem von einem Korrektorat profitiert. Über einen oder zwei Kommafehler kann ich hinwegsehen, aber hier häufen sie sich einfach und stören den Lesefluss, was wirklich schade ist – denn die Geschichte, die erzählt wird, ist eine sehr gute.

The Witcher – Baptism of Fire (Andrzej Sapkowski)

Deutscher Titel/Originaltitel: Feuertaufe /Chrzest ognia
Erscheinungsjahr: 1996
Genre: Fantasy

Ein Buch, das sich von vorne bis hinten wie ein Lückenfüller liest und sich leider dementsprechend zieht.

Ciri zieht mit den Ratten durch die Welt – nichts Neues. Geralt sucht sie – auch nicht richtig neu. Der politische Plotstrang der Zauberinnen ist spannend, aber auch anstrengend zu lesen, weil die Damen einfach unfassbar an meinen Nerven kratzen, wenn sie so auf einem Haufen hocken.

Dementsprechend lange habe ich gebraucht, um dieses Buch durchzulesen. Die ewig langen Kapitel haben nicht dazu beigetragen, es mir zu erleichtern.

Das heißt jetzt nicht, dass ich den Schreibstil nicht genossen hätte oder dass mich die Geschichte an sich nicht interessiert. Aber ich hoffe doch sehr, dass der nächste Teil plottechnisch deutlich stärker ausfällt.

Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann (Kerstin Gier)

Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Urban Fantasy

Quinn, der coole Teenager aus der Nachbarschaft, sieht plötzlich Fabelwesen. Als ein Unfall ihn an den Rollstuhl fesselt, ist er auf einmal auf Hilfe angewiesen – und die kommt in Form des eigentlich verhassten Nachbarsmädchens Matilda, die er seit ihrer gemeinsamen Kindheit hänselt und verabscheut. Unpraktischerweise ist sie die Einzige, die bereit ist, ihm zu glauben – und dann entfaltet sich eine ganz neue Welt vor den beiden Teenies.

Das Buch ist abwechselnd aus Matildas und Quinns Perspektive geschrieben. Die Erzählstimmen der beiden unterscheiden sich nicht wirklich, wohl aber ihre Lebenswelten, und ich konnte mit beiden gut mitfühlen. Vor allem Matilda mit ihren übermäßig strengen Eltern und der überspitzt grauenhaften Familie habe ich gleich ins Herz geschlossen. Auch die anderen Charaktere sind interessant, bleiben aber etwas flach.

Was nun den Plot angeht… Mir ist klar, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt, und mit dieser Erwartungshaltung habe ich es auch gelesen. Aber etwa ab der Hälfte wurde alles so unglaublich vorhersehbar, dass ich angefangen habe, mich zu langweilen und alle paar Seiten die Augen zu verdrehen. Das Buch ist der Auftakt zu einer Trilogie, aber ich schätze, ich werde die nächsten zwei Bände auslassen.

Mitternachtsfalken (Ken Follett)

Originaltitel: Hornet Flight
Erscheinungsjahr: 2002
Genre: Historischer Roman

Es ist 1941, der zweite Weltkrieg tobt und Hitler droht, ganz Europa zu erobern.

In Dänemark stößt der junge Harald auf eine geheime Funkstation. In England versucht die Verlobte seines älteren Bruders, herauszufinden, warum die Deutschen so viele britische Bomber abschießen können. Ein geheimer Widerstand ist das einzige – und ziemlich lose – Band, das die beiden verbindet.

Ich bin kein großer Follett-Fan, aber dieser Roman war ziemlich gut. Wie viel davon zeitgeschichtlich stimmt, kann und mag ich nicht einordnen, jedenfalls schreibt er in sich schlüssig und der Zeit angemessen. Die Charaktere sind vielschichtig und niemand ist nur gut oder nur böse, selbst der Nazi-unterstützende Polizist nicht. Die Handlung wird Follett-typisch von endlosen Beschreibungen gewisser Vorgänge unterbrochen, es gibt mehr Tell als Show, aber wenn dann mal was passiert, passiert es auf interessante und mitreißende Art und Weise.

Blood and Ash – Liebe kennt keine Grenzen (Jennifer L. Armentrout)

Originaltitel: From Blood and Ash
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Fantasy

Rapunzel meets Twilight – inklusive Zombies. Was auf den ersten Blick ganz witzig klingt, artet leider in über 700 Seiten innerer Monologe und vorhersehbarer Wendungen aus.

Poppy ist die Auserwählte, die Jungfräuliche, die Person, die dem Königreich zu neuem Glanz verhelfen soll. Gleichzeitig ist sie der Schutz aller Bürger vor einer dunklen Bedrohung, über die aber niemand so richtig redet. Zu diesem Zweck wird sie alleine gleichermaßen gefangengehalten, niemand darf mit ihr sprechen, sie ansehen, sie berühren. Und dann – Überraschung – bekommt sie einen neuen Leibwächter, und der Rest erschließt sich von selbst.

Ich habe wirklich kein Problem damit, wenn gewisse Aspekte vorhersehbar sind. Aber ein ganzes Buch? Vielleicht bin ich auch nicht für diesen Romantasy-Kram geschaffen. Eine Liebesgeschichte, die sich vor einem drohenden Krieg abspielt, lauter Lügen, Intrigen, Morde, dazu Zombies und Vampire, Verzeihung, Vampyre (spätestens an dieser Stelle war ich raus)… Das ist einfach nicht mein Fall.

Dazu kommt, dass Poppy und Hawke einfach zu perfekt sind. Sie ist die einsame, aber willensstarke Jungfräuliche, intelligent, stark, selbstbewusst, furchtlos, hat sie überhaupt schlechte Seiten? Mir sind keine aufgefallen außer der Neigung, in endlose innere Monologe zu verfallen. Und Hawke, der perfekte, galante, unbesiegbare Leibwächter… Okay, er hat ein paar negative Aspekte, aber über die kann man ja großzügig hinwegsehen, weil er so unglaublich heiß ist. Meine Güte. Liebe macht blind oder was? Dafür ist Poppy definitiv der beste Beweis.

Noch eine Reihe, bei der ich wohl nach dem ersten Band nicht weiterlesen werde.

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