Weihnachten?

Heute ist der dritte Advent! Und ein turbulentes Jahr neigt sich seinem Ende zu.

Ich weiß nicht, wie es euch geht – nach meinem Gefühl dürfte 2021 noch gar nicht rum sein. Es ging so schnell, es ist gleichzeitig so viel und so wenig passiert, dass die einzelnen Monate nur so vorbeigeflogen sind.

Und jetzt ist Dezember, und ich wäre gern in weihnachtlicher Stimmung, und wieder bin ich es nicht. Als Weihnachts-Fan ist das ziemlich frustrierend für mich. Nicht nur, dass das Wetter so gar nicht mitspielt – daran ist man ja längst gewöhnt – nein, die Welt spielt auch nicht mit. Alles wird nur immer noch schlimmer, und mir steht wieder ein Weihnachten auf der Arbeit bevor, ohne Angehörige, dafür mit entkräftetem Personal und traurigen Patientinnen.

Na ja. Es ist, wie es ist, und leider liegt es nicht in meiner Macht, das zu ändern. Diese verfluchte Pandemie wird sich nicht in Wohlgefallen auflösen, nur, weil ich keine Lust mehr auf sie habe. Und die Allgemeinsituation der Welt, des Klimas und der Politik passt sich unfairerweise auch nicht meinem Wunsch nach Harmonie an. Also muss ich für mich selber gucken, wie ich das Jahresende möglichst angenehm verbringe.

Normalerweise backt meine Großmutter jeden Dezember circa fünf Kilo Plätzchen und verschenkt die an die Familie. Dieses Jahr mag sie nicht, also habe ich es gemacht, auch wenn es keine fünf Kilo geworden sind. Es hat großen Spaß gemacht, schmeckt gut und ich freue mich, dass ich damit anderen Leuten eine Freude machen kann.

Der Weihnachtsmarkt in der Stadt ist natürlich nach drei Tagen wieder abgebaut worden, ist ja auch richtig so, macht mich trotzdem ein bisschen wehmütig. Aber daran kann ich ohnehin nichts ändern, und ich versuche, diese Tatsache zu akzeptieren.

Ich schreibe viel, um mich davon abzulenken, dass die Welt gerade so gar nicht meinen Vorstellungen entspricht. Und ich versuche, ohne große Erwartungen durch diese Weihnachtszeit zu gehen. Was schön wird, wird schön, und den Rest ignoriere ich einfach oder versuche es zumindest.

Außerdem gibt es in der Schreibnacht – ich kann gar nicht genug betonen, wie wundervoll dieses Forum ist – tolle Adventsaktionen, die zumindest ein bisschen frohe Stimmung aufkommen lassen und mich jeden Tag zum Lächeln bringen.

Also verbringe ich diesen Dezember frei nach dem Motto Alles kann, nichts muss. Ein bisschen mehr Entspannung tut ohnehin gut, denke ich. Ein bisschen weniger Stress. Ich möchte mich nicht wieder so enttäuschen lassen wie 2020, ich möchte das Beste aus dem machen, was momentan möglich ist.

Außerdem ist es ganz angenehm, dass dieser grässliche Weihnachts-Konsum dieses Jahr etwas in den Hintergrund zu rücken scheint, und je weniger Zeit man in Geschäften oder der Stadt verbringt, desto weniger scheußliche Weihnachts-Pop-Musik muss man hören. Der Weihnachtsmarkt mag mir fehlen, aber dieser grässliche singende Elch, den sie irgendwo aufgegabelt haben, der fehlt mir nicht.

Wie verbringt ihr die Adventszeit? Ist sie euch wichtig, oder seid ihr froh, wenn alles vorbei ist?

5 Gedanken zu “Weihnachten?

  1. Ich bin so gar kein Weihnachtsfan. Irgendetwas an dieser Zeit oder dieser Stimmung macht mich schwermütig, das ist teilweise echt übel. Über diesen Konsumwahnsinn und die scheußliche Musik müssen wir nicht reden, da scheinen wir ja einer Meinung zu sein. Das ist aber eben nicht alles. Ich kann es nicht benennen, doch ich kann mich nicht daran erinnern, mich nach der Kindheit an Weihnachten noch einmal richtig wohlgefühlt zu haben.
    Wir haben jetzt Mitte Dezember und hier im Wald findet Weihnachten quasi nicht statt. Das war schon im letzten Jahr so und das tut mir wirklich gut. Allerdings ist mir absolut nicht daran gelegen, dir irgendetwas zu vermiesen. Du hast gefragt! Ich hoffe, du kannst die Zeit allen Umständen zum Trotz genießen.
    Ach, aber falls es dich interessiert: Wir haben hier Schnee. 😉

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    1. Keine Sorge, du redest mir da nichts madig. (Okay, auf den Schnee bin ich DEZENT neidisch…) Ich kann sogar gut verstehen, dass der ganze Kommerz und Irrsinn vielen Leuten einfach zu viel ist; und ich kann dieses Jahr auch diese Schwermut nachvollziehen, die schon letztes Jahr von mir Besitz ergriffen hat und die ich persönlich ganz schwer zu ertragen finde.
      Ich hoffe, du findest trotzdem immer wieder schöne Momente gegen Ende des Jahres und kannst die Zeit – und die Ruhe – genießen!

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  2. Da bin ich erleichtert. Und, hey, wenn es dir hilft: Heute ist einiges weggetaut. Zumindest momentan ist nicht alles weiß. 😉

    Das kann ich bestimmt. Das Ende des Jahres ist ja nicht das Problem. Und auch den Winter an sich liebe ich – von daher alles gut. Danke dir!

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  3. i can relate… zum thema als jemand der weihnachten liebt einfach nicht in stimmung zu sein. bei uns war auch alles zu, aber zumindest blieb mancherorts die deko stehen, so konnte man die schönen lichter bewundern. es bleibt die hoffnung fürs nächste jahr…dein frostfoto finde ich dennoch sehr hübsch!

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