Neujahrsmüdigkeit

Das neue Jahr hat angefangen und irgendwie komme ich nicht richtig in Schwung. Weder beim Schreiben noch beim Lesen und schon dreimal nicht beim Bloggen. Alles ist irgendwie anstrengend, kostet viel Kraft und scheint sich nicht wirklich zu lohnen.
Winterdepression? Kann schon sein, wäre nicht die erste. Wenigstens habe ich Erfahrung mit so etwas und weiß, dass es vorbeigeht. Am Ende des Tunnels ist irgendwann immer Licht, und es ist nicht jedes Mal ein Zug.

Ansonsten gibt es ein paar Kleinigkeiten, die ich in solchen Situationen tun kann. Möglicherweise hilft es jemandem da draußen, darüber zu lesen, deswegen habe ich mich entschieden, meine Tipps und Tricks gegen die anhaltende Kraftlosigkeit zu teilen.

Ausruhen

Hört sich total banal an, ist es aber nicht. Wenn keine Kraft da ist, ist keine Kraft da und man kann sie sich nicht aus den Rippen schneiden. Deswegen ist es völlig legitim, die Füße hochzulegen und halt mal ein, zwei Stunden auf dem Sofa zu schlafen oder auch nur dazuliegen und stumpf in den Fernseher zu gucken.

Sich Zeit geben

So eine Stimmungslage, sei sie jetzt eine handfeste Depression oder „nur“ ein postweihnachtliches Stimmungstief (das auch schwer genug zu ertragen sein kann), verschwindet nicht von heute auf morgen. Und das ist auch okay so. Man darf sich ruhig die Zeit zugestehen, die man braucht.

Kleine Schritte

…über die man sich dann auch freuen darf. Ich bin (fast) zufrieden mit mir, wenn ich es schaffe, am Tag um die dreihundert Wörtchen zu schreiben. Das ist nicht viel und ich weiß genau, dass ich viel mehr schaffe, wenn es mir besser geht. Aber ich kann jeden Tag in meinem Bullet Journal den Punkt schreiben abhaken. Dann sind’s eben nur dreihundert Wörter. Das sind dreihundert mehr als null, oder? Und wenn ich es nur einmal die Woche schaffe, ein Buch zur Hand zu nehmen, dann ist das halt so. Auch niedrig gesetzte Ziele sind Ziele, und wenn man sie erreicht, darf man zufrieden sein.

Erfolge visualisieren

Aus irgendwelchen Gründen ist es extrem befriedigend, einen Haken hinter eine erledigte Aufgabe zu machen. Manche Leute arbeiten gern mit einem Belohnungssystem, mir reicht der Haken – aber es hilft ungemein, sich vor Augen zu halten, dass man eigentlich doch ganz viel schafft und nicht nur stumpfsinnig im Internet rumhängt.

Sich aufraffen

Auch, wenn es schwer fällt. Und wenn es nur eine Kleinigkeit am Tag ist… Manchmal muss man den Allerwertesten einfach mal hochbekommen.
Hier zeigt sich dann (extrem pauschalisiert gesagt) auch der Unterschied zwischen Stimmungstief und Depression. In einem Tief ist es durchaus möglich, sich aufzuraffen und was zu tun. In einer Depression häufig nicht.

Bewegung

Ja, die alte Leier. Bewegung ist gesund und macht glücklich. Sei es eine Yoga-Einheit am Morgen, der Arbeitsweg auf dem Fahrrad oder ein schöner Spaziergang – es tut gut, sich zu bewegen, und hinterher hat man wieder etwas, auf das man stolz sein kann. Also ab in den Zwinger mit dem inneren Schweinehund!

Im Zweifelsfall – Hilfe suchen!

Nicht jede Depression lässt sich alleine bewältigen. Nicht immer helfen kleine Kniffe, die irgendwer im Internet einem verrät. Es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten – ganz im Gegenteil! Die eigenen Grenzen zu kennen und anzuerkennen, zeugt von guter Selbstkenntnis und Mut.
Es gibt kostenlose Seelsorge-Hotlines, der Hausarzt kann helfen, und auch wenn es heutzutage schwierig ist, einen Therapeuten zu finden – der Schritt lohnt sich und sollte gegangen werden, wenn man alleine nicht mehr weiterkommt. Das Leben kann viel zu schön sein, um es an Depressionen zerbrechen zu lassen. Natürlich ist so eine Therapie ein Haufen Arbeit, aber am Ende lohnt es sich wirklich.

Lasst den Kopf nicht hängen, hangelt euch von Tag zu Tag und versucht, euch an den kleinen Dingen im Leben zu freuen. Die miese Stimmung hat ein Ende, irgendwann.

7 Gedanken zu “Neujahrsmüdigkeit

  1. lunaewunia

    Liebe Anna,
    ein schöner Beitrag! Ich bin momentan auch sehr kraftlos, habe es aber ähnlich wie du akzeptiert und nehme mir die Zeit, die ich brauche. Ich glaube, diese Müdigkeit hängt schon ein wenig mit dieser unfassbar dicken Wolkendecke zusammen, die in letzter Zeit nur so selten von Licht durchbrochen wird. Darum finde ich es auch in ordnung, dass mein Körper Kraft suchen muss. Ich merke es vor allem daran, dass kleine Aufgaben (Staubsaugen, Geburtstagskarte schreiben, Paket wegbringen, Schreibtisch aufräumen) teilweise unüberwindbar scheinen. Darum habe ich mir täglich auch immer nur eine Sache vorgenommen, jetzt, als die Sonne schien, auch mehrere. Und ich bin definitiv auch so ein Häkchen-Mensch 😉

    Ich kann dich also sehr gut verstehen und habe wie gesagt eine ähnliche Strategie. Bin auch sehr dankbar, dass ich sehe, dass diese Strategien überhaupt möglich sind, denn wie du schon sagst: mit einer echten Depression kann es dann auch anders aussehen.

    Trotzdem versuche ich auch so eine Situation als Frühwarnung zu verstehen und mir bewusst zu machen, dass ich die Herrin meiner Gedanken bin.

    Ich wünsche dir, dass dir deine Sofatage und Häkchen die Ruhe geben, die du gerade brauchst. Und 300 Worte sind definitiv besser als 0! Also freu ich mich da mit dir zusammen!

    Liebe Grüße!

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    1. Liebe Luna
      Ja, das Wetter spielt da sicherlich auch ein bisschen mit rein. Ohne Sonnenlicht kein Vitamin D, das merkt der Körper schon. Vielleicht wird’s ja demnächst wieder etwas erfreulicher da draußen – wenn schon nicht die allgemeine Lage, dann wenigstens das Wetter 😉

      Solche Situationen als Frühwarnzeichen zu sehen, ist sicherlich auch richtig und wichtig. Und wenn’s einem wieder besser geht, kann man mit Stolz auf die anstrengende Zeit zurückblicken, die man überstanden hat.

      Ich wünsche dir, dass auch bei dir die graue Stimmung sich bald hebt und dass bald einfachere Zeiten anbrechen ❤
      LG Anna

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  2. Liebe Anna, auch wir hängen oft müde auf dem Sofa rum. Auch unsere Katze schläft viel mehr. ich nehme mir an ihr ein Beispiel und ruhe mich aus. Ich glaube, es ist wichtig sich immer mal wieder auszuruhen. Irgendwann kommt dann wieder ein neuer Funke. Liebe Grüße, Susanne

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    1. Liebe Susanne,
      du hast Recht, man muss sich unbedingt die Zeit geben, auszuruhen und die (kreativen) Akkus wieder aufzuladen. Vielleicht sollte man sich ein Vorbild an eurer Katze nehmen, die weiß mit Sicherheit, was sie tut 😉
      LG, Anna

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    1. Ist auch wieder wahr. Aber ich denke, man sollte sich da nicht so sehr nach dem richten, was andere Leute meinen, sondern nach dem, was man selber braucht. Und manchmal ist Nichtstun halt genau das, was nötig ist. Dass es kein Dauerzustand werden sollte, da bin ich aber ganz bei dir!
      LG Anna

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